Stefan

Geduld mit mir selbst – (m)ein Ding der schieren Unmöglichkeit

Seit rund sechs Jahren gehört die Depression zu meinem Leben. Lange ging es auf relativ gutem Niveau auf und ab, doch Ende letzten Jahres stürzte die Wand sprichwörtlich ein. Corona, Home Office und all die Dinge, die uns die letzten Jahre heimsuchten, führten schlussendlich zu einer merklichen Verschlimmerung.

Seit meinem Klinikaufenthalt im Januar und Februar dieses Jahres ist viel passiert und es geht tendenziell langsam aufwärts. Aber eben – es geht vor allem eines: langsam. Und das verlangt viel Geduld von mir selbst. Mehr, als ich oftmals im Stande bin, zu geben.

Vom Zeit haben und sich Zeit nehmen

Wir alle sehnen uns danach, mehr Zeit zu haben. Für uns selbst, mal einfach zu tun, wonach wir Lust haben. Oder auch mal nichts zu machen. Den Moment geniessen. Achtsam sein. Aber was ist, wenn wir diese Zeit plötzlich haben? Wenn wir von dieser Zeit gar ziemlich viel haben?

Ich selbst tue mich im Moment sehr schwer damit, die vorhandene Zeit bewusst für mich nutzen zu können – und dies noch dazu mit einem guten Gewissen.

Energie tanken

Wie schön wäre es doch, wir könnten mit unserem Körper einfach mal so zur Tankstelle fahren und unseren Tank an Energie einmal voll tanken. Nicht die körperlichen Resourcen, welche wir mit Essen, Trinken und Erholen auffüllen können. Gemeint ist der Tank unserer Seele, welcher uns hindert, Dinge zu tun, selbst wenn wir topfit sind. Aber es gibt sie, diese Tankstellen – der Weg dahin ist manchmal auch gar nicht so weit.

Mit dem Monster spazieren gehen

Alle tragen wir tagein tagaus unser ganz persönliches Monster spazieren. Im Alltag mit der Familie, mit Freunden, in der Arbeit und auch alleine. Doch wie wir mit unserem Monster umgehen, entscheidet darüber, wie es uns geht. Unser Monster, die bildliche Vorstellung unserer schlechten Gefühle, die in den schlimmsten Phasen dermassen Überhand nehmen, dass wir nichts anderes mehr sehen können. Und uns eben dieses Monster im Weg steht. Deshalb sollten wir lernen, es zu akzeptieren und mit ihm umzugehen. Denn einfach weg wird es nie sein.

Positive Gefühle to go

Wenn wir mit positiven Gedanken an etwas rangehen, dann wird es schon gut kommen. Nicht immer, aber doch sehr oft. Es ist durchaus mitentscheidend, wie wir von Beginn an denken und fühlen. Gehen wir morgens – oder wann auch immer – mit positiven Gefühlen aus dem Haus, so stehen die Chancen gut, dass es ein guter Tag wird.

Oder andersrum gesagt: gehen wir schon mit negativen Gefühlen beladen los, so wird es ganz sicher nichts mit einem befreiten und angenehmen Tag.

Weihnachten – das richtige Mass an Gesellschaft

Weihnachten – das Fest der Liebe, Familie, Freunde und der Geschenke. Natürlich auch das christliche Fest von Maria, Josef und dem Jesuskind. Was jedoch dabei oftmals vergessen geht, ist man selbst. Ich. Du. Vor lauter Verabredungen und Essenseinladungen bleibt kaum mehr Zeit, die eigentlich besinnliche ruhige Zeit wirklich zu geniessen.

Also macht euch selbst ein Geschenk und sagt einfach mal Nein und geniesst die Weihnachtszeit für euch und mit euren allernächsten Liebsten.

Einfach mal weg vom Alltag

Es braucht so wenig und tut so unglaublich gut! Den Alltag einfach mal hinter sich lassen und ausbrechen. Sei es nur für ein paar Stunden, einen Tag oder wie ich vor kurzem für ein Wochenende. Nach einer Stunde Fahrt mit dem Auto war ich so weit weg, als sei ich einmal um die Welt geflogen. Angekommen in den Bergen, habe ich den Alltag zu Hause gelassen, wo er gedanklich kaum noch erreichbar war.

Tagebuch – den positiven Momenten bewusst sein

Tagebuch zu schreiben braucht Zeit und nicht selten weiss man gar nicht mehr so recht, was man jetzt reinschreiben soll – aber genau deshalb ist ein Tagebuch so wertvoll. Dass man sich am Ende des Tages an die wichtigsten Momente erinnern kann und nicht die stressigen fünf Minuten vor dem zu Bett gehen den bis hierhin wunderschönen Tag zur Sau machen.

Tagebuch kann man ausführlich schreiben oder ganz kurz und ganz sicher soll man es für sich selbst tun. Es soll nicht zu einem Müssen werden und schon gar nicht soll man etwas für andere schreiben, nur weil man denkt, es tun zu müssen.

Ich persönlich hab verschiedene Arten ausprobiert und nutze nun schon einige Monate eine App, um einzelne Momente ganz schnell in Form meiner Stimmung und eventuell einigen Stichworten festzuhalten. Jederzeit, kurz und schmerzlos.

Mehr dürfen, weniger müssen

Wie schön ist es doch, mal etwas zu dürfen und nicht immer nur zu müssen. In unserer schnelllebigen Zeit und dem weit verbreiteten Leistungsdruck, dürfen wir jedoch immer weniger. Irgendwie wird alles immer mehr zu einem müssen. Doch dies liegt sehr oft einzig und allein bei uns alleine. Wieder mehr zu dürfen – und etwas weniger zu müssen.

Kurze Auszeit mit Gedankenreise an einen Lieblingsplatz

Eine Sitzbank mit schöner Aussicht, ein Baumstumpf im Wald oder ein bestimmter Fels in den Bergen – all dies können Lieblingsplätze sein. Von dir, von mir, von allen. Nur ist es nicht immer so einfach, aus dem Alltag mal eben per Knopfdruck dort hin zu gelangen. Wir sind vertieft in der Arbeit, im Haushalt, beim Einkaufen – schlicht einfach im normal verrückten Alltag.

Das muss nicht sein. Taucht ein an euren persönlichen Lieblingsplatz und gönnt euch eine kleine Auszeit – ein paar Minuten, direkt aus dem Alltag, egal, wo ihr seid.